HAUSMITTEL HELFEN - ÜBERALL SCHNECKEN! WIE SIE DIE SCHäDLINGE JETZT AUS IHREM GARTEN VERTREIBEN

Schnecken im Gemüsebeet sind richtig ärgerlich. Manchmal beschädigen sie die Ernte sogar so stark, dass man sie nur noch wegwerfen kann. Lesen Sie hier, was gegen die lästigen Tiere hilft.

Die größten Schädlinge unter den mehr als 300 Schneckenarten in Deutschland sind die Gemeine Wegschnecke, die Genetzte Ackerschnecke und vor allem die Spanische Wegschnecke. Dieser Schädling ist für fast 90 Prozent der Schäden an Pflanzen und Beeten verantwortlich. Wegen ihres hohen Schleimgehalts hat die Spanische Variante zudem kaum natürliche Feinde.

Vor allem Nacktschnecken können oft innerhalb einer einzigen Nacht ungeheuren Schaden im Garten anrichten. Dabei fallen sie gnadenlos über ganze Gemüsebeete und junge Blumenpflanzen her und hinterlassen nicht nur schleimige Spuren, sondern folgenschwere Fraßschäden. 

Schnecken: So schützen Sie Ihren Garten

Bei der Schädlingsbekämpfung im Garten hat sich nicht eine Methode als die beste erwiesen. Das beste Ergebnis erreichen Haushalte durch die Kombination mehrerer Maßnahmen.

1. Nacktschnecken einfach absammeln

Vorzugsweise werden natürliche Bekämpfungsmittel eingesetzt, wie z.B. das eigenhändige Absammeln der Schnecken im Gemüsebeet. Dazu am besten abends feuchte Salat- oder Rhabarberblätter als Fallen auslegen.

Salatblätter als Schneckenfallen am besten unter einen nassen Sack legen. Alternativ haben sich auch nasse Bretter als Lockfallen bewährt. Nachts suchen die Schnecken Schutz an kühl-feuchten Stellen und sammeln sich an den ausgelegten Fallen. Am Morgen kann man dann bis zu 30 Schnecken von den Laubfallen oder Brettern absammeln.

Weitere beliebte Schneckenverstecke sind Laubhaufen, Grasschnitt, Totholz, feuchte und dunkle Stellen unter Töpfen und anderen Gegenständen. Nach dem Absammeln werden die Schnecken am besten in einem abgelegenen Park oder Waldstück entsorgt.

2. Natürliche Feinde gegen Schnecken

Normalerweise sind Nacktschnecken auch Nahrungsquelle für Tiere wie Igel, Kröten, Blindschleichen und Vögel. Der hohe Schleimgehalt der Spanischen Wegschnecke kann jedoch dazu führen, dass diese Tiere ersticken. Nur die Tigernacktschnecke aus der Familie der Schnegel frisst die Eier der Spanischen Wegschnecke und kann als natürlicher Feind angesehen werden.

3. Achten Sie auf Ihre Gartenauswahl

Ein weiteres Mittel gegen Schneckenfraß: die richtige Auswahl der Gartenpflanzen. Denn es gibt Pflanzen, die selbst von Schnecken gemieden werden. Bohnenkraut (Bild) oder Kamille bilden als Randbepflanzung einen natürlichen Schutz um Blumenbeete. Ebenfalls unbeliebt: die harten Blätter der Fetten Henne sowie bittere und stachelige Pflanzen wie Geranie, Pfingstrose oder Eisenhut.

Unappetitlich auf Schnecken wirken auch Knoblauch, Zwiebeln und mediterrane Kräuter. So haben sich Lavendel, Rosmarin, Kapuzinerkresse und Thymian als ideale Schneckenabwehr bewährt. Vor allem der intensiv duftende Thymian kann rund um das Gemüsebeet gepflanzt werden und wirkt sehr gut gegen Schnecken. Basilikum hingegen schmeckt den Schädlingen besonders gut.

4. Achten Sie auf den Standort Ihres Gemüsebeets

Auch der Standort ist besonders wichtig. Nicht nur gutes Gedeihen von Pflanzen, sondern auch Schutz gegen Schnecken bietet ein offener und sonniger Platz für Gemüsebeete. Diese sollten weit weg von Kompost und hohem Gras gepflanzt werden. Auch der Boden um die Pflanzen sollte feinkrümelig und trocken gehalten werden, um den schleimigen Schnecken den Zugang zu erschweren.

Um den Boden um die Beete trocken zu halten, kann zusätzlich ein breiter Streifen mit Branntkalk, Sägespänen, Steinmehl oder Asche helfen. Diese Stoffe wirken durch ihre entfeuchtende Wirkung wie natürliche Hemmschwellen gegen Schnecken.

5. Diese Hausmittel helfen gegen Schnecken

Auch zerkleinerte Eierschalen und Kaffeesatz als natürliches und effektives Mittel wehren Schnecken sehr gut ab. Vor allem Kaffeesatz ist ein optimales Mittel zur Abwehr, denn Koffein wirkt bei Schnecken wie ein Nervengift und in hoher Konzentration sogar tödlich. Kaffee sollte für einen effektiven Nutzen großflächig gestreut werden. Pluspunkt: das Pulver wirkt zudem als sehr guter Dünger für Pflanzen. Auch Bohnenkaffee kann als Tinktur gegen Schneckenbefall auf die Blätter gesprüht werden.

6. Schneckenzäune aufrichten

Zudem sind fachmännische Schneckenzäune aus Plastik oder Kupferblech erhältlich, die um Beete oder auch einzelne Gartenpflanzen gelegt werden. Die Plastikzäune sind dabei in einem bestimmten Winkel gebogen, um so als unüberwindliche Schranke für Schnecken zu wirken. Die Schutzzäune aus Kupfer wirken hingegen aus einem anderen Grund:

Denn Zäune, Ketten und Drähte aus Kupfer sind giftig für Schnecken. Der Schneckenschleim reagiert toxisch mit dem Metall und wehrt die Tiere bei Berührung automatisch ab. Beim Anbringen der Zäune, egal aus welchem Material, ist vor allem die Tiefe sehr wichtig. Die Zäune müssen mindestens zehn Zentimeter tief im Boden stecken, damit Schnecken nicht darunter kriechen können.

Ein weiterer Schutz: Kupferband. Um Töpfe herum oder auch an Hochbeeten kann selbstklebendes Kupferband als zusätzliche Barriere für Schnecken angebracht werden. Zudem kann man Töpfe und Pflanzkübel mit einem speziellen Schutzanstrich ("Schnexagon") versehen. Denn auf dem glatten, senkrechten Untergrund mit dem Anstrich können sich Schnecken nicht halten.

7. Natürliche Materialien als Schutz gegen Nacktschnecken

Eine weitere ökologische Abwehr: Holz- oder Schafwolle als schützende Umrandung um Gartenbeete. Denn das natürliche Material saugt den Schleim der Schnecken auf und verhindert, dass die Schnecken überhaupt die Pflanzen erreichen. Am besten sammelt man die Nacktschnecken am nächsten Morgen ab und setzt sie auf anderen Freiflächen wieder aus.

8. Schneckenfallen mit Bier aufstellen

Viele Gärtner nutzen Bierfallen gegen Schneckenbefall. Dafür füllt man Untersetzter oder andere tiefe Behälter mit Bier und verteilt diese im Garten. Die Schnecken werden vom Biergeruch angezogen und ertrinken in der Falle. Doch diese Methode hat einen Haken: denn leider werden oft nicht nur die Schnecken aus dem eigenen Garten angelockt, sondern mehr Schädlinge aus Nachbar-Gärten.

Vorsorglich kann man Schneckenbefall für den nächsten Sommer verhindern, indem man Schneckeneier bereits im Herbst vernichtet. So legt jede Schnecke im Spätsommer bis zu 400 Eier an beliebten Plätzen: unter der Regentonne, Pflanzkübeln oder in Bodenspalten. Diese Plätze gilt es im Herbst abzukämmen und die Eier zu vernichten, um die Plage im Sommer zu verhindern.

9. Hühner oder Enten halten

Mit einem großen Garten kann man auch Enten und Hühner als natürliche Schneckenvertilger halten. Vorausgesetzt ist natürlich eine artgerechte Unterbringung. Vor allem der ausgeprägte Geruchssinn hilft diesen Tieren, Nacktschnecken in ihren Verstecken aufzusuchen. Danach werden sie in Gewässern vor dem Verzehr gewaschen, denn vor allem junge Tiere könnten sonst an dem Schleim ersticken.

Kostspielig und zeitintensiv sind Nematoden. Diese Fadenwürmer vernichten Schnecken mit giftigen Bakterien. Doch der Effekt ist bei der Spanischen Wegschnecke nicht vollständig bewiesen. Dabei darf das Sprühwasser mit Nematoden nicht auf essbare Pflanzenteile gelangen und gründliches Händewaschen nach der Anwendung ist vor allem für Personen mit einem schwachen Immunsystem ein Muss.

10. Letzter Ausweg: Schneckenkorn

Letzter Ausweg: Schneckenkorn als chemisches Mittel gegen Schnecken. Dabei sollten Sie vorab allerdings unbedingt die Inhaltsstoffe kontrollieren. Denn nur Produkte auf Basis von Eisen-Phosphat sind auch im Bio-Anbau zulässig und unbedenklich für andere Tiere wie Igel, Vögel und Katzen. Das Korn wird dabei großflächig gestreut und tötet bereits nach einigen Tagen Schnecken ab.

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